Neujahrskonzerte 2000

Am Abend des Neujahrstags 2000 in St. Mariä Himmelfahrt, Köln,
und am Nachmittag des 2. Januar 2000 in der Bonner Münsterbasilika


Georg Friedrich Händel

Messias

in englischer Sprache

Kritik...


Der Bonner Generalanzeiger berichtete am 4.1.2000:

Ein Halleluja mit feinen Abschattierungen

KONZERT Händels "Messias"in der Münsterbasilika

Am ersten Sonntag des neuen Jahres war in Bonn jetzt noch einmal Händels "Messias" zu hören, wiederum in der originalen Sprache des englischen Barock.

Diesmal hatten sich zwei renommierte Kölner Ensembles, der Rheinische Kammerchor und das Neue Rheinische Kammerorchester unter der Leitung von Wolfgang Siegenbrink des Werkes angenommen. Und sie erstellten in der übervollen Münsterbasilika eine Aufführung von großer Klangschönheit und wohldurchdachter, dynamisch reich abgestufter Ausdruckskraft.

Der bestens vorbereitete Chor überzeugte dabei durch Sicherheit und ein bemerkenswert abschattiertes Gestaltungsvermögen, die den fugierten Partien ebenso exakt gerecht wurde wie den homophonen (etwa beim berühmten "Halleluja", das ganz exzellent gelang).

Auch das Orchester in seinen sämtlichen Gruppen bis hin zur strahlenden Clarin-Trompete erfüllte seine untermalenden, illustrierenden Aufgaben aufs Schönste.

Und schließlich waren auch die vier Gesangssolisten weitestgehend ein Glücksfall, allen voran der sonor-warme Bass Georg Zeppenfelds und der differenziert geführte Tenor Axel Mendroks, beide von der Oper Bonn. Aber auch der edel timbrierte Mezzosopran Iris Lehmanns (Rheinoper Düsseldorf) vermittelte vornehm-expressiven Hörgenuss. Allen dreien gemeinsam war überdies eine beachtliche stilistische Versiertheit im Auszieren etwa von Wiederholungsstellen ihrer Arien. Birgit Walters heller und sehr kräftiger Sopran hätte wohl noch ein wenig mehr an Piano-Kultur vertragen können.

Die von Wolfgang Siegenbrink feinfühlig geleitete Aufführung, die ebenso glanzvoll wie sensibel allen drei Teilen adäquat gerecht wurde, rief denn auch, nach der großen ekstatischen Amen-Fuge durchaus zu Recht Bravo-Rufe und langanhaltende Beifalls-Begeisterung hervor.

Barbara Kaempfert-Weitbrecht