Samstag, 4.12.2004, 20 Uhr, St. Elisabeth, Bonn
Sonntag, 5.12.2004, 20 Uhr, Minoritenkirche, Köln

Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias
Hyuna Ko + Hiroe Ito + Bernhard Schneider + Heikki Kilpeläinen
Rheinischer Kammerchor Köln + Bochumer Symphoniker

Mustergültige Interpretation:
"Elias" in der Elisabeth-Kirche

Von Fritz Herzog (Bonner Generalanzeiger 6.12.04)

"Auf Mendelssohn darf man sich berufen, will man der Versuchung einzelner Chöre und Arien zu Sentimentalität und Gefühlsüberschwang entgegentreten", versichert sich Wolfgang Siegenbrink, künstlerischer Leiter des Rheinischen Kammerchors Köln, bei seiner Auseinandersetzung mit dem Oratorium "Elias" dessen Urhebers. Mendelssohn hatte die Uraufführung in Birmingham selbst geleitet, und Zeitzeugen attestierten ihm hierbei überwiegend forsche Tempi. So wählte denn auch Siegenbrink ein durchweg zügiges, niemals aber hastiges Zeitmaß.

Es war eine ganz hervorragende Interpretation, der man indes einen anderen akustischen Raum als die Elisabeth-Kirche gewünscht hätte. Dieser "Elias" hätte in der Kölner Philharmonie seinen mustergültigen Charakter voll entfalten können: Affektbetonung in den dramatischen Chorpassagen, ruhig atmender Fluss in den epischen. Ein junges Klangbild mit sauber intonierten Höhen, nachdrücklichen Tiefen und eine niemals belanglos wirkende Mittellage zeichnen den Rheinischen Kammerchor Köln aus. Begleitet wurde er von den Bochumer Symphonikern. Über allem indes glänzte der wunderbar lyrisch warme Bassbariton von Heikki Kilpeläinen als Elias. Die weiteren Solopartien waren mit der jungen, dezent aufblühenden Sopranistin Hyuna Ko, der lyrischen Mezzo-Sopranistin Hiroe Ito und dem nicht gänzlich vibratofreien Tenor Bernhard Schneider kaum weniger trefflich besetzt.