Raymond Gubbay's
Classical Spectacular 2005


13.11.2005 Köln-Arena:
1. Homepage Koeln-Arena.de
2. Kölner Stadt-Anzeiger
3. Forumsbeitrag auf Hoehner-Fans.de
4. Forumsbeitrag auf NRW-on/My Colonia
26.11.2005 Festhalle Frankfurt:
5. Wiesbadener Kurier
6. Wormser Zeitung
7. Frankfurter Rundschau

Die Köln-Arena berichtet auf ihrer Homepage:
Ein unvergleichbares Spektakel erlebten über 12.500 Gäste in der Kölnarena: Eine grandiose Multimediashow – eine einmalige Symbiose aus klassischer Musik, Lichtkaskaden, Lasereffekten und Feuerwerken, die die Sinne für die größten Meisterwerke der klassischen Musik in einer spektakulären Inszenierung sensibilisiert. Raymond Gubbay begeisterte mit CLASSICAL SPECTACULAR und wurde mit den Hauptakteuren des Abends, dem ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA London unter Leitung von Anthony Inglis, dem Rheinischen Kammerchor Köln, dem KölnChor und den beiden Solisten Zsuzsa Alföldi (Sopran) und Peter Bernhard (Tenor) frenetisch gefeiert.
Der große Zuspruch und die Begeisterung der Zuschauer verlangen nach einer Fortsetzung dieses Events im kommenden Jahr! Raymond Gubbay und das Royal Philharmonic Orchestra London werden am 18.11.2006 wieder die Kölnarena verzaubern.
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Auch die Kölner Presse zeigte sich begeistert. Hier der Bericht des Kölner Stadtanzeigers:



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Dass mit dieser Klassik-Show auch andere als die üblichen Besucher von Klassik-Konzerten erreicht wurden, zeigt ein Bericht von der Website "Hoehner-Fans.de".

Raymond Gubbay´s CLASSICAL SPECTACULAR - 14/11/2005 22:39
am 13.11.2005 in der KölnArena mit dem ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA, London, unter Leitung von Anthony Inglis, dem Rheinischen Kammerchor Köln, dem KölnChor und den beiden Solisten Zsuzsa Alföldi (Sopran) und Peter Bernhard (Tenor).

Die Veranstaltung habe ich mit Bekannten und meiner Familie besucht. Auf Wunsch -hoffentlich nicht nur einer einzelnen Dame- schreibe ich dazu diesen Konzertbericht.

Wie die Kölnarena auf ihrer Homepage schreibt, waren ca. 12.500 Zuschauer in der Arena. Überwiegend waren es ältere Zuschauer ab ca. 45/50 aufwärts. Jüngere Zuschauer, Jugendliche und Kinder waren zwar da aber doch deutlich in der Minderheit.

Die Vorstellung hat mir und meinen Begleitern, auch meinen Kindern (17 u. 14 alt) sehr gut gefallen. Der Dirigent war gleichzeitig auch Moderator. Zu Beginn des Konzertes erklärte er in Deutsch, dass er sicher sei, dass die Zuschauer besser englisch verstehen als er deutsch sprechen würde, daher würde er englisch, aber sehr langsam, sprechen. Er hat seine Moderatoraufgabe genauso gut gelöst, wie seine Dirigentenaufgabe, allerdings lustiger.

Spektakulär waren nicht nur ca. 200 Personen auf der Bühne, deren Größe die Höhner bei Rein in den Mai 2004 mit ihren Gastmusikern (drei Bläser, Pianist und drei Background-Sängerinnen) auch benutzt haben, sondern auch die passende Laser- und Lightshow zum jeweiligen Musikstück. Höhepunkt der Show war der fullminate Schluss mit Kanonendonner aus großen Theater-Kanonen seitlich zur Bühne auf den Rängen, Soldaten bei den Kanonen und einem kurzen Feuerwerk.

Tolle Musik, vielleicht nicht für jeden Geschmack, trotzdem mit einem hohen Unterhaltungswert, die in klassischer oder traditioneller Weise dargeboten wurde. Die Themen einiger Stücke sind durchaus in der populären Musik wieder zu finden.

Setliste:
O Fortuna - Orff - aus Carmina Burana
Stars and Stripes - Sousa
Gefangenenchor - Verdi - aus Nabucco
Finale - Tschaikowsky - aus Schwanensee
Vorspiel zum 3. Akt und Hochzeitsmarsch - Wagner - aus Lohengrin
Morgenstimmung und In der Halle des Bergkönigs - Grieg - aus Peer Gynt
Marsch Nr. 1 - Elgar - aus Pomp & Circumstance
O Soave Fanciulla - Puccini - aus La Boheme
Brindisi - Verdi - als La Trivata
Bolero - Ravel
Torero Marsch - Bizet - aus Carmen
Intermezzo - Mascagni - aus Cavalleria Rusticana
Donauwalzer/An der schönen blauen Donau - Strauss (Sohn)
Ungarischer Tanz Nr. 5 - Bahms
Halleluja - Händel - aus Messias
Hornpipe - Wood - aus Fantasia on British Sea Songs
Nessun Dorma - Puccini - aus Turandot
Ouvertüre 1812 - Tschaikowsky

Mit hat es sehr gut gefallen. Nächstes Jahr findet die Show wieder in der KölnArena am 18.11.2006 statt. Ich finde sie empfehlenswert für solche Höhner-Fans, die die Höhner mit der jungen Sinfonie mögen oder sich gerne die Nokia Night of the proms anschauen und ab und zu gerne klassische Musik anhören. Es ist nicht zu vergleichen mit einem Besuch eines klassischen Konzertes in der Philharmonie oder der Oper.

Zwei Dinge haben mich sehr beeindruckt: Stille/Ruhe und die Akustik !

Stille und Ruhe
Bei meinen Arenabesuchen habe ich bisher bei allen Veranstaltungen, wenn nichts aus den Lautsprechern schallte, vor, während und nach der Veranstaltung, wie es eigentlich auch nicht außergewöhnlich ist, einen recht hohen allgemeinen Lärmpegel erlebt. Zwar kann man sich mit seinem Nachbarn ohne zu schreien unterhalten aber es ist recht laut.

Diesmal war es anders! Besonders vor dem Konzert, aber auch während der kurzen Pausen zwischen den einzelnen Musikstücken, wenn der Applaus und Beifall abgeklungen war, der Dirigent zum nächsten Stück ansetzte, herrschte für eine solche Anzahl von Menschen eine außergewöhnliche Ruhe und Stille, wie sie auch für einen kleinen Konzertsaal typisch ist.

Aber bei der großen Anzahl von Zuhörer war die Stille und Ruhe trotz der Begeisterung und des Beifalles nach jedem Stück sehr beeindruckend !

Akustik
Die bei dem Konzert tätigen Tontechniker und Tonmixer haben es fertig gebracht, einen sehr guten Raumklang trotz der bekannten, bescheidenen Akustik der KölnArena herzustellen. Ob Stücke piano oder forte gespielt wurden oder, wie bei ‚Bolero’, ein Stück sich ständig in der Intensität und Lautstärke steigert, ob der Chor oder die Solisten gemeinsam mit dem Orchester gesungen haben, der klare und scharfe Klang auch bei sehr hoher oder ganz geringer Lautstärke, bei hohen oder tiefen Tönen war sehr schön und beeindruckend.

Einige Tontechniker und -mixer hätten sich bei den am Sonntag tätigen eine dicke Scheibe Können abschneiden können.

lG
HEMAERPE


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Auf NRW-on findet sich im Forum "my Colonia" folgender Bericht, der sich durch hervorragende Fotos auszeichnet. Orthographische Eigenheiten des Textes meinte der RKK-Webmaster hier nicht verfälschen zu dürfen; dies wäre auf Kosten der Begeisterung gegangen …

CLASSICAL SPECTACULAR in der Kölnarena

Koeln, den 14.11.2005 - 01:40 Uhr - geschrieben von pben

Köln - Die größte Klassik-Show der Welt mit dem bekannten ‚Royal Philharmonic Orchestra London’ gastierte heute in der Kölnarena.

Um Punkt 19 Uhr startete heute in der Köln-Arena das wohl größte Live Klassik Spektakel was Köln je gesehen hat. „CLASSICAL SPECTACULAR“! Eine gelungen Mischung aus Operette, Klassicher Musik, Feuerwerk sowie Licht- und Lasershow.
In einer komplett Ausverkauften Halle wurden der Dirigent Anthony Inglis mit Tosendem Beifall empfangen. Das 80 Mann (und Frau) starke „Royal Philharmonic Orchestra London“ sowie der 75-köpfige „KölnChor & Rheinische Kammerchor“ setzten zu drei Stunden Unterhaltung der Extraklasse an.

Unter anderem wurden folgende Musikstücke dargeboten (Klassik-Fans werden diese sicherlich kennen):
Stars and Stripes forever (John Philip Sousa)
Finale aus dem Schwanensee (Peter Tschaikowsky)
Ouvertüre „1812“ (Peter Tschaikowsky)
Vorspiel zum 3. Akt und Hochzeitsmarsch aus Lohengrin (Richard Wagner)
La Bohème (Giacomo Puccini)
La Traviata (Giuseppe Verdi)

Bei drei Songs unterstützten das „Royal Philharmonic Orchestra London“ die Sopranistin Zsuzsa Alföldi und der Tenor Peter Bernhard. Zsuzsa Alföldi studierte Gesang an der Franz Liszt-Akademie in Ihrer Heimatstadt Budapest sowie am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Seither konnte man Sie in den besten Häusern Europas hören, unter anderem am Opernhaus Zürich, dem Stadttheater Luzern, an der Oper in Leipzig oder im italienischen Treviso. Aber auch in Übersee feierte Sie bereits Erfolge zum Beispiel im Kanadischen Montreal oder an der Lyric-Opera Chicago.

Der Schweizer Peter Bernhard entschloss sich nach 5 Jahren in der Wirtschaft zu einer Ausbildung am Konservatorium für Musik & Theater in Bern. 1992 schloss er das Studium mit dem Diplom als Schauspieler ab und bekam seinen ersten Festvertrag an den Landesbühnen Sachsen. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz begann er seine Ausbildung zum Tenor und wurde von der Sopranistin Barbara Martig-Tüller unterrichtet. Beide überzeugten mit atemberaubenden Stimmen (auch ohne ein Mikrofon zu benutzen waren Ihre Stimmen in der gesamten Arena glasklar zu hören) ,sowie gekonnten Tanzeinlagen.

Die Wirkung der Veranstaltung ist bislang unerreicht. Musikalische und optische Reize in einem Perfekten Zusammenspiel. Reize für Augen und Ohren, die besser nicht harmonieren können. Ein Erlebnis für Klassik-Fans und solche die es gerne werden wollen. Auch ohne verkrampften Kunstanspruch erlebt man bei „CLASSICAL SPECTACULAR“ die größten Werke der klassischen Musik.

Als internationales Orchester ist das „Royal Philharmonic Orchestra London“ in den letzten fünf Jahren durch mehr als 30 Länder getourt; darunter waren Konzerte für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. im Vatikan, den chinesischen Präsidenten auf dem Tiananmen-Platz und bei den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Unabhängigkeit Kasachstans. Das Orchester wurde sogar eingeladen, die Musik für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 in Athen aufzunehmen. Neben regelmäßigen Touren durch Europa beinhalten die Zukunftspläne auch eine mehrere Monate umfassende Tour durch die USA mit Charles Dutoit im Januar 2006.

Der britische Dirigent Anthony Inglis beherrschte perfekt das Dirigieren und das „Spiel“ mit dem Publikum. Zu (fast) jedem Musikstück erzählte er die Geschichte dessen und holte sich somit – dank seines Britischen Humors - das komplette Publikum auf seine Seite. Zum Leitwesen einiger Zuschauer wurden die Geschichten alle in Englisch erzählt. Zwar versuchte Anthony Inglis die Zuschauer auch auf Deutsch zu Unterhalten aber seine Landessprache war für Ihn dann doch etwas einfacher.

Die Pyro-, Licht- und Lasershow hat sowohl Klassilfans als auch die Nicht-Klassikfans gleichermaßen begeistert.. Programmiert und Designt wurde die Komplette Show von Durham Marenghi, welcher bereits bei anderen Legendären Shows und Events als Lichdesigner verantwortlich zeichnete: Hierzu zählen unter anderem die derzeitige Welttournee von „Diamonds“ für „Holiday on Ice“ oder aber die britische Tournee von „Saturday Night Fever“.

Abschließend bleibt nur folgendes zu sagen: Die Show macht Ihrem Namen alle Ehre. „CLASSICAL SPECTACULAR“, einfach SPÄKTAKULÄR.

Lediglich DREI mal gibt es nun noch die Gelegenheit sich dieses Event in Deutschland anzusehen :
Am 26.11.2005 in Frankfurt ( Festhalle)
Am 02.12.2005 in Bremen ( AWD Dome)
Und am 03.12.2005 in Hannover (TUI Arena)
Der Vorverkauf hat für alle drei Städte bereits begonnen – deswegen schnell Tickets sichern! ES LOHNT SICH!!!!

Text: Pben
Fotos: F. Müller FotoEmotion.net


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Über das Konzert am 26.11.2005 in der Frankfurter Festhalle berichtete Andrea Stütz sowohl für den Wiesbadener Kurier als auch für die Wormser Zeitung.

Wiesbadener Kurier:

Zuckerwattewölkchen
Raymond Gubbays "Classical Spectacular"
28.11.2005 — Von Andrea Stütz
FRANKFURT Erstmals in Frankfurt die großen deutschen Komponisten zu spielen - Wagner und Brahms - sei eine Ehre, leitet Anthony Inglis, Dirigent des Royal Philharmonic Orchestras, scherzhaft ein. Dann könne man doch auch einen an die Engländer abtreten. Gemeint ist Georg Friedrich Händel. Das Publikum lacht, denkt aber nicht daran, wenn die 70 Stimmen zweier Kölner Chöre das "Halleluja" auf Englisch singen.
Seit nunmehr 16 Jahren ist "Classical Spectacular" fester Programmbestandteil in der Londoner Royal Albert Hall, und inzwischen haben mehr als zwei Millionen Menschen es weltweit schon gehört. Zum ersten Mal tourt die Show durch Deutschland. Sie präsentiert die bekanntesten Melodien aus 200 Jahren Musikgeschichte, lässt diese von einem der besten Orchester der Welt und ausgesuchten Sängern intonieren, peppt alles mit britischem Witz und einer Lasershow auf, um die Klassik auch einem ungeschulten Publikum nahezubringen.
Über Wagners "Lohengrin"-Hochzeitsmarsch steigen also türkisfarbene und pinke Zuckerwattewölkchen auf, zum Finale aus "Schwanensee" flirren grün-blaue Lichtschnipsel durch den Raum. Oft scheinbar willkürlich und überflüssig. Denn allein, was das Orchester bietet, reicht, um das Publikum zu bannen. Die Philharmoniker tanzen wie gewohnt mit künstlerischer Selbstverständlichkeit und bestechend klarem Klang durch die Partituren, stets in Perfektion, aber ohne zu langweilen. Inglis interpretiert die Stücke überraschend modern.
In gestutzten Fassungen bringt die Show im Schnelldurchlauf die Kompositionen auf den Punkt. Das Tempo geht leider bisweilen zu Lasten der Stimmungsintensität: "Nessun dorma" und Verdis Gefangenenchor sind kaum gespürt und schon wieder verklungen. Etwas mehr Zeit zwischen den Exzerpten täte dem vollen Genuss gut. Glücklicherweise bekommt gerade Ravels "Bolero" den Raum, den es braucht, um sich in den hypnotisierenden Motivwiederholungen voll zu entfalten. Zu Tschaikowskys Overtüre "1812" künden Kanonendonner und ein großes Feuerwerk vom Rückzug Napoleons aus Moskau und lassen die Halle im großen Finale noch einmal erbeben. Leider erdrückt die Akustik der Frankfurter Festhalle oft den köstlichen Klang des Orchesters. Die fantastische ungarische Sopranistin Zsuzsa Alföldi und der anspruchsvolle lyrische, doch noch nicht voll ausgereifte Tenor Peter Bernhard erobern sich die Halle erfolgreich - aber nicht ohne Mühe.

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Wormser Zeitung:

"Lohengrin" in rosa Zuckerwatte
Die Londoner Erfolgsshow "Classical Spectacular" zu Gast in der Frankfurter Festhalle
28.11.2005 — Von Andrea Stütz
FRANKFURT Erstmals in Frankfurt die großen deutschen Komponisten spielen - Wagner und Brahms, das sei eine Ehre, leitet Anthony Inglis, der das Royal Philharmonic Orchestra dirigiert, einen seiner Gags ein. Da könne man doch einen an die Engländer abtreten. Gemeint ist Georg Friedrich Händel. Das Publikum lacht, denkt aber nicht daran, auch wenn die imposanten 70 Stimmen des Kölnchors und des Rheinischen Kammerchors Köln das messianische "Halleluja" auf Englisch singen.
Seit nunmehr 16 Jahren ist "Classical Spectacular" fester Programmbestandteil in der Londoner Royal Albert Hall und inzwischen haben sie weltweit schon mehr als zwei Millionen Menschen gesehen. Zum ersten Mal tourt die Show nun durch Deutschland. Sie präsentiert die bekanntesten Melodien aus 200 Jahren Musikgeschichte, lässt diese von einem der besten Orchester der Welt und ausgesuchten Sängern intonieren, peppt alles mit britischem Witz und einer Lasershow auf, um die Klassik auch einem ungeschulten Publikum nahe zubringen.
Über Wagners "Lohengrin"-Hochzeitsmarsch steigen also türkisfarbene und pinke Zuckerwattewölkchen auf, zum Finale aus "Schwanensee" flirren grün-blaue Lichtschnipsel durch den Raum. Oft scheinbar willkürlich und eigentlich überflüssig. Denn allein, was das Orchester bietet, reicht, um ein Publikum zu bannen. Die Philharmoniker tanzen wie gewohnt mit künstlerischer Selbstverständlichkeit und bestechend klarem Klang durch die Partituren, stets in fast unheimlich anmutender Perfektion, aber ohne zu langweilen. Inglis interpretiert die Stücke überraschend modern. Er entstaubt sensibel bekannte Melodien, wischt die manchmal ermüdende Breite weg, greift aber nie die musikalische Fülle und Magie der Werke an.
In gestutzten Fassungen bringt die Show im Schnelldurchlauf die Kompositionen auf den Punkt. Das Tempo geht leider bisweilen zu Lasten der Stimmungsintensität: "Nessun dorma" und Verdis Gefangenenchor sind kaum gespürt und schon wieder verklungen. Etwas mehr Zeit zwischen den Exzerpten täte dem vollen Genuss gut. Glücklicherweise bekommt gerade Ravels "Bolero" den Raum, den er braucht, um sich in den hypnotisierenden Motivwiederholungen, in seiner rhythmischen Unbiegsamkeit voll zu entfalten. Zu Tschaikowskys Overtüre "1812" künden Kanonendonner und ein Feuerwerk vom Rückzug Napoleons aus Moskau und lassen die Halle im großen Finale noch einmal erbeben. Zwischen Rauchschwaden, Lichtblitzen, Feuerfunken und bombastischen Hymnenklängen verabschieden die Zuschauer die Musiker - wie überall auf der Welt - mit Begeisterung.

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Frankfurter Rundschau

Mildernde Umstände
Mehr als ein Halleluja bei "Classical Spectacular" in der Festhalle
VON STEFAN BEHR

Es wäre natürlich wohlfeil, auf einem Spektakel wie "Classical Spectacular", das am Wochenende in der Festhalle gastierte, herumzuhacken. In dem Grieg auf Wagner folgt, und zwar nicht etwa etwas Originelles, sondern tatsächlich In der Halle des Bergkönigs auf den Hochzeitsmarsch aus Lohengrin. In dem das Publikum nach dem treudeutschen Motto "Clap your Hans, stomp your Fritz" aufgefordert wird, die Hornpipe ausHenry Woods Fantasia on British Sea Songs kaputtzuklatschen. In der zum dröhnenden Abschluss zu Tschaikowskys Ouvertüre aus 1812 Kanonendonner von den Rängen knallt und tapfere Zinnsoldaten ihre Bajonette abfeuern. In dem zu all den Klassik-Evergreens eine Licht-und-Laser-Show gezeigt wird, die selbst in den frühen 70ern nicht als innovativ durchgegangen wäre. Wie gesagt, es wäre wohlfeil, solch ein Spektakel als musikalische Mettwurst zu denunzieren. Das wäre noch nicht einmal richtig falsch.

Aber eben auch nicht richtig. Da wäre zum einen Dirigent Anthony Inglis, der trotz allerhand unnötiger Allfanzereien durchaus alleinunterhalterische Qualitäten hat. Da wäre zum anderen das Royal Philharmonic Orchestra, das trotz einiger Tempiprobleme eine solide Leistung abliefert - was ihnen verziehen sei, da das Orchestra sich niemals richtig von seinem Zusammenspiel mit der Rockband Deep Purple erholt hat, was man ja irgendwie verstehen kann. Da wären dann aber auch vor allem der Kölnchor und der Rheinische Kammerchor Köln, die tapfer und stimmgewaltig gegen die singulär erbärmliche Akustik der Frankfurter Festhalle ansingen und es sogar schaffen, dem unvermeidlichen Halleluja-Chor aus Händels
Messias trotz widrigster Bedingungen Glanz und Feuer zu verleihen. Das alles sind mildernde Umstände.

Denn natürlich hat solch ein Parforceritt durch das weite Feld der klassischen Musik so wenig mit einem Opernabend zu tun wie eine Kuschelrock-CD mit einer alten AC/DC-Scheibe. Aber was soll's. Zum einen weiß nach solch einem Abend selbst der unmusischste Mensch, dass der alte Thekenkracher "Wir trinken das schäumende Bier, und wir scheißen dem Wirt auf die Theke" auf John Philip Sousas
Stars and Stripes For-ever basiert. Und wer die zahlreichen begeisterten Kinder sieht, die wie das auch ansonsten völlig enthusiasmierte Publikum mitklatschen und sich freuen, der weiß: Das sind die Opernbesucher von morgen. Insofern ist "Classical Spectacular" ein Segen.