Motettenkonzert in Maria im Kapitol
Konzert am Sonntag, den 15.5.2005, 20 Uhr in der Basilika St. Maria im Kapitol, Köln.
Foto: Christoph Seelbach. Die Kritik des Kölner Stadtanzeigers finden Sie hier.
Zweites Konzert am Samstag, den 21.5.2005, 18 Uhr in der Herder-Kirche in Weimar.

Bach, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy

Motetten großer Meister

Silke Stapf, Sopran + Peter Scheerer, Trompete
Consortium Musica Sacra Köln

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Kritik der Kölnischen Rundschau zum Konzert in Maria im Kapitol:

Zur Freude Gottes gesungen

Kirchen-Konzert mit Motetten

Mit "Motetten großer Meister" gestaltete der Rheinische Kammerchor sein Pfingstkonzert in St. Maria im Kapitol. Im Zentrum: Johann Sebastian Bachs große Liedmotette "Jesu, meine Freude". Darin sang ein klangüppiger, die stimmlichen Verzahnungen sicher gestaltender Kammerchor. Von Wolfgang Siegenbrink wurde er engagiert geleitet.
Allerdings gelangen nicht alle Variationen und motettischen Abschnitte gleichermaßen. Vor allem im Sopran gab es so manche Unsauberkeit, etwa bei der Stelle "Denn das Gesetz des Geistes". Die kräftige Dramatik des folgenden "Trotz dem alten Drachen" lag dem Chor da schon eher. Insgesamt rundete sich das Bild aber zu einer sehr ansprechenden Leistung, die für das gute Niveau des Chores stand. Dazu trug Wolfgang Amadeus Mozarts eingangs gesungenes Graduale "Sancta Maria, mater Dei" ebenso bei wie Felix Mendelssohns Motette "Christe, du Lamm Gottes".
Glücklich war am Ende auch die Interpretation von Mendelssohns "Wer nur den lieben Gott läßt walten". In dieser Choralkantate brachte sich die Sopranistin Silke Stapf angenehm zur Geltung. Ihr klar geführter Sopran und ihr relativ enges Timbre geben ihrer Stimme fast instrumentalen Charakter. Hier wie in ihren Auftritten in Bachs virtuoser Solo-Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen!" bewies sie viel technische Souveränität. Ihre Stimme ist auch in rasanten Koloraturen gelenkig, trotz etwas scharfer und gepresster Höhe.
An ihrer Seite spielte Peter Scheerer die Trompetenpartie mit schmuckem Elan. Er bekam später noch die Gelegenheit zu einem instrumentalen Intermezzo in Georg Friedrich Telemanns Trompetenkonzert. Gleiches gilt auch für das ganz im Sinn der historischen Aufführungspraxis begleitende Consortium Musica Sacra.

von Matthias Corvin