Jubiläumskonzert „10 Jahre KölnChor“
Highlights of Classic
3. November 2012, 20 Uhr • Kölner Philharmonie
Kritiken der
Kölnischen Rundschau, des Kölner Stadtanzeigers und der Bergischen Landeszeitung
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Notiz Kölnische Rundschau 5.11.2012
Unter dem Titel „Highlights of Classic“ hat der K
lnChor am Samstagabend sein zehnjhriges Bestehen in der Philharmonie gefeiert. Musikalische Untersttzung bekam er dabei vom Rheinischen Kammerchor Kln, von den Bochumer Symphonikern, der Sopranistin Hyunju Park und dem Tenor Klaus Schneider. Unter der Leitung des Dirigenten Wolfgang Siegenbring wurde der Abend mit der „Brautchor – Arie“ von Richard Wagner erffnet. Zwischen den Stcken sorgte das Moderatorenduo Andreas Etienne und Christoph Scheeben fr Unterhaltung. Das Publikum wurde zum Mitsingen animiert und erfuhr neben Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Stcken auch amsante Details aus dem Chortagebuch.


Kritik Bergische Landeszeitung (Kölnische Rundschau Regionalausgabe Bergisches Land) 6.11.2012
Kirschen von allen Operntorten
KölnChor feiert zehnjähriges Bestehen in der Philharmonie
Von Johannes Zink
Zehn Jahre Chor, das sind 32000 Mal Einsingübungen à la „die Si-, die Sa-, die Sonne“. Der Sänger Christoph Schweben hatte das mal nachgerechnet, als er im Doppelpack mit dem Kabarettisten Andreas Etienne das Jubiläumskonzert des KölnChors in der Philharmonie moderierte. Ihr Mix aus Fakten und Dönekens machte den Abend hübsch launig.
„Die Si-, die Sa-, die Sonne“ haben sie auch vor den rund 70 Konzerten ihrer Laufbahn gesungen, darunter viel Anspruchsvolles, auch gute internationale Präsenz. Also Grund zu feiern für den KölnChor und seinen Dirigenten Wolfgang Siegenbrink. Und das tat man in der Philharmonie ausgiebig mit einem „Highlights of Classic“-Programm. Das klaut ein wenig die Kirschen von allen Opern-Torten und legt sie auf einem Teller zusammen.
Es ging mehr um schöne Musik als um den Handlungsduktus bei Wagner, Bellini, Verdi, Gounod und Carl Maria von Weber. Mit den Szenenausschnitten war man nicht kleinlich, an den Bravourarien hing genügend Restoper. Tschaikowskis Ouvertüre 1812 in Chorfassung lieferte das bombastische Schlusstableau. So weit, so gut. Tenor Klaus Schneider arbeitete sich wacker durch von Wagner bis Weber, die Damenrollen fielen der koreanischen Sopranistin Hyanju Park zu. Die hatte stimmlich wie gestisch die Callas im Visier; speziell in der „Casta Diva“-Arie aus Bellinis Norma. Das Paradestück der italienischen Diva machte sich nicht schlecht an der jungen Koreanerin.
Ein bisschen gestört hat die Unkonzentriertheit der Bochumer Symphoniker, die als Orchester sekundierten. Sie sind keinesfalls als unzuverlässig bekannt, doch hier wackelte doch so manches in bedenklicher Weise. An Siegenbrinks Dirigierqualitäten hat das sicher nicht gelegen.
Der Chor hatte sich um die Sängerinnen und Sänger des Rheinischen Kammerchores verstärkt, den es seit 50 Jahren gibt. Insgesamt eine stattliche Anzahl von Sängern, die ihre Sache sehr gut machten. Mit leichten Intonationsschwierigkeiten, die bei ambitionierten Laienchören jedoch keine Qualitätsabstriche bedeuten.
Ein wenig wurden sie vom Orchester verdeckt. Und das stabile Forte des Viktoria-Chores aus Webers „Freischütz“ hätten sie sich ruhig auch bei den übrigen Stücken zutrauen dürfen.


Kritik Kölner Stadtanzeiger 8.12.2012

Der KölnChor feiert Zehnjähriges
"Highlights of Classic" versprach der KölnChor, als er anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zu einem dreistündigen Festkonzert mit Opernmusik in die Kölner Philharmonie lud. Das Programm sparte nicht mit Populärem: Brautchöre aus "Lohengrin" und "Freischütz", Gefangenenchor aus "Nabucco", Soldatenchor aus "Margarethe", Jägerchor und Wolfsschlucht- Szene aus "Freischütz", Teile des Triumph-Akts aus "Aida".
Verstärkt durch den – ebenfalls jubilierenden, schon 50 Jahre alten – Rheinischen Kammerchor und assistiert von den Bochumer Symphonikern sang der KölnChor unter der imperialen Leitung von Wolfgang Siegenbrink mit allem gebotenen Enthusiasmus. Allerdings eignete dem von den Moderatoren Andreas Etienne und Christoph Scheeben mit einem Hauch ins Kabarettistische beseelten Abend auch eine sinnstiftende Dramaturgie: Krieg, Religion, Liebe in Besatzungszonen oder Walten höherer Mächte seien als thematisch verknüpfende Kriterien genannt. Diese schimmerten auch in den Arien durch. Hyunju Park sang mit reinem, klarem, gut geführtem Sopran Arien aus "Norma", "Aida" und "Freischütz". Klaus Schneider versuchte sich mit sanftem Tenor in der "Grals-Erzählung" und in Freischütz-Nummern. Zum Schluss des Volksfests machte der volltönend hymnische Schwung von Tschaikowskys "Ouvertüre 1812" nochmals nachdrücklich auf die Bedeutung chorischen Amateurmusizierens in Köln aufmerksam. (GB)