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Peter König schreibt in Der Bund:
Harmonie
vor dem Baugerüst

Deutsch-schweizerische Freundschaft in Sachen Brahms:
Die Kammerchöre Kölns und Berns geben «Ein Deutsches Requiem».

Das Gerüst im Chor macht erst klar, wie hoch das Kirchenschiff im Berner Münster eigentlich ist (über zwanzig Meter). Und es wirkt wie das Bühnenbild einer Operninszenierung von Bieito oder Neuenfels. Gar keine schlechte Kulisse für eines der beliebtesten und meistgespielten Werke der Gattung, Johannes Brahms' «Deutsches Requiem». Einige Jahrhunderte früher wäre Brahms wohl für die Unverfrorenheit, die lateinische Totenmesse auf Deutsch zu vertonen, als Ketzer verbrannt worden.
Allerdings ist das brahmssche nicht das erste «deutsche» Requiem; es gab einige Vorläufer, indem neben der lateinischen manchmal auch eine deutsche Fassung bestand: Die Menschen sollten verstehen, was da gesungen wurde. Doch Brahms ging weiter; anstelle des üblichen Texts kombinierte er in dem zwischen Kantate, Motette und Oratorium anzusiedelnden Werk Texte aus dem Alten und Neuen Testament. Und auch nach fast 150 Jahren ist nachvollziehbar, weshalb das «Deutsche Requiem» Brahms fast schlagartig berühmt gemacht hat: Der Trost spendenden Kraft, die dem Werk innewohnt, und dem Reichtum an Melodien und Harmonien kann sich auch ein heutiges Publikum nicht entziehen.
Im Münster waren gleich zwei Kammerchöre aufgebaut, nämlich der Berner und der Rheinische aus Köln. Zusammen ergibt das ganz schön viel Stimmkraft, aber auch ausgewogene Register, Farbenreichtum, fliessende Pianokultur und wo nötig gewaltigen Furor: «Denn es wird die Posaune schallen» gemahnt unweigerlich an die «Tage des Zorns» in manch anderem Requiem. Der Kölner und der Berner Kammerchor harmonierten dabei, als wären sie ein einziger.
Vorzüglich klappte ebenfalls das Zusammenspiel mit der Südwestdeutschen Philharmonie, bei der auch die schönen Sololeistungen etwa der Klarinette Erwähnung verdienen. Dirigent Jörg Ritter liess fliessen, was fliessen musste, und hielt das Ganze so aufmerksam wie unaufgeregt zusammen. Ausdruckskraft und Stimmschönheit von Maya Boog sind bekannt, ihr hingebungsvoller Trost im Mittelsatz war glaubwürdig und echt. Neben ihr zu bestehen ist für keinen Sänger leicht, doch Christian Hilz setzte mit seinem stilvoll geführten, eher nüchternen Bariton genau den richtigen Kontrast.



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Ein tolles Konzert. Transparenter Klang, sehr differenzierte Dynamik, tolle Solisten. Und die "Draufgabe" von Richard Strauß war ein tolles Bonbon!“ (J. B. via Facebook)
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