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Ihre Aufführung des Messias am 11.1. war grandios!
H. S. via eMail

Wir hatten einen wundervollen Abend in der Philharmonie. Das Konzert hat mich glücklich gemacht. Ich habe seit langem kein so erstklassiges Musikereignis genossen. Der Chor war spitze. Ich kannte zwar Händels Messias, aber diese Mozart-Bearbeitung hat mich total begeistert, Spannungsbogen bis zum Ende, soooo schön!
Danke dafür, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Unsere Plätze in Reihe 5 haben zum Genuss auch wesentlich beigetragen. 
Bitte denke auch bei euren nächsten Konzerten an uns.
M. K., Rösrath
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Kölner Stadtanzeiger:

„Messias“ in Mozarts Version

Mit einer stimmigen Aufführung von Händels „Messias“ in der Mozart-Fassung beschloss der Rheinische Kammerchor in der Philharmonie den Reigen der Weihnachtskonzerte. Über alle Klippen kamen die rund 80 Sänger sehr gut hinweg, die Koloraturen liefen sicher, die Artikulation war verständlich. Gute Tenöre hat die Formation auch.
„Messias“-Uraufführung (1742) und Bearbeitung (1789) liegen nicht so weit auseinander, und doch ist Mozarts Welt eine andere – die Mittel der Zeit (Klarinette!) wollten zum Klingen kommen. Das Neue Rheinische Kammerorchester spielte adäquat opulent, aber nicht dicklich. Wolfgang Siegenbrinks umsichtiges Dirigat sorgte auch für eine gute Balance zwischen Chor und Orchester.
Die Kölner Sopranistin Stefanie Wüst verbindet warmen vokalen Strom mit schöner Zurückhaltung. Rena Kleifeld, Mezzosopranistin der Düsseldorfer Oper, besticht durch natürlichen Vortrag. Bernhard Schneider, vom Stimmtyp Charaktertenor, vermag trotz phonetischer Defizite auch den lyrischen Ansprüchen der Partie zu genügen. Den stärksten Eindruck hinterließ der Bassist Jens Hamann. Er schöpfte auf sicherem technischen Fundament die gesamte Bandbreite des Ausdrucks vom zarten piano bis zum wütenden Grollen aus. Eine Prachtstimme, die zum Glück einem intelligenten Sänger gehört. (tz)



Köln-Bonner Musikkalender:

Händel/Mozart: Messias • Rheinischer Kammerchor u.a. (11.1.)

Mozart wurde verschiedentlich bearbeitet, er selber aber tat das auch, u.a. bei Händels „Messias“. Die Veränderungen bekommt man als unbefangener Hörer freilich so richtig nur bei der Instrumentation mit, nicht zuletzt wegen der Verwendung von Klarinetten. Sie gaben auch dem Klang des Neuen Rheinischen Kammerorchesters eine schöne, leicht romantisierende Farbe. Die Mitwirkung des Rheinischen Kammerchores war selbstverständlich, ist Wolfgang Siegenbrink doch Leiter beider Ensembles*. Man hatte 2006 mit dem „Alexander-Fest“ übrigens schon einmal eine Händel/Mozart-Kombination im Programm. Siegenbrinks Interpretation fiel nicht durch irgendeine besondere „Handschrift“ auf. Er dirigierte pompös, wo es angebracht war, aber vor allem gelenkig und schlank, was beim flüssig genommenen „Halleluja“, oft ja als barocke Sinfonie der Tausend gegeben, besonders auffiel. Der Chor wurde dieser Tendenz bestens gerecht, bei einigen Koloraturen allerdings mit etwas Atemnot. Aber da hatte der Tenorsolist Bernhard Schneider weitaus mehr Schwierigkeiten und war auch stilistisch nicht optimal. Die Höhensicherheit der Chor-Soprane ist nachdrücklich zu loben. Auch die Solo-Sopranistin Stefanie Wüst beeindruckte mit klarer Stimme, ebenso Rena Kleifeld mit ihrem sattem Alt und Jens Hamann mit seinem festen und doch beweglichen Bass. CZ
* Hier irrt der Rezensent: Wolfgang Siegenbrink ist Leiter des RKK, aber nicht des NRKO.



Kölnische Rundschau:

Wenn der Knoten platzt ...

Philharmonie: der Rheinische Kammerchor und das Rheinische Kammerorchester mit Händels "Messias"

Der berühmte Knoten platzte erst mitten im zweiten Teil von Georg Friedrich Händels Oratorium. Der "Messias" in der Bearbeitung Mozarts, dem Abschnitt, der von Christi Leiden und Tod handelt. Da plötzlich strahlten die Stimmen des Rheinischen Kammerchor Köln unter seinem Leiter Wolfgang Siegenbrink bis zum krönenden "Amen" am Schluss verzaubernden Glanz aus, besaßen die Koloraturen auch bei Höchsttempo noch Präzision und selbstsichere Lockerheit.
Im ersten Teil, der Jesu Ankunft auf Erden besingt, hatte das Ensemble in der Philharmonie noch eher unsicher gewirkt, auch die Sauberkeit der Intonation war hier und da auf der Strecke geblieben. Das Neue Rheinische Kammerorchester hatte ganz zu Anfang mit seiner "Ouvertüre" eher Sprödigkeit verbreitet, man hatte bereits hier das Gefühl, dass die rechte Einstellung hinsichtlich Klang und Ausdruck erst noch gefunden werden musste.
Wie von Geisterhand
Dann aber verflog die Befangenheit wie von Geisterhand, auch das Orchester traute sich allmählich schärfere Konturen zu. Und der berühmte "Halleluja!"-Chor erfüllte mit federndem Jubel und transparenter Eleganz alle Erwartungen.
Unter den vier Gesangssolisten ragte die Sopranistin Stefanie Wüst mit glockenreinem Timbre und versierter Technik hervor. Von der Stimme der Altistin Rena Kleifeld ging viel Wärme aus, ihre große Arie "Er ward verschmäht" gestaltete sie mit Hingabe und Intensität. Siegenbrink gab hier allerdings ein etwas zu langsames Tempo vor.
Das Orchester folgte ihm hier zwar willig, nicht immer aber setzte sich der Dirigent mit seinen Vorstellungen homogen durch. Von Bernhard Schneider (Tenor) und Jens Hamann (Bass) gingen in Rezitativen und Arien wertvolle Impulse aus.
Die Holzbläser erfreuten immer wieder mit plastischen Girlanden, auch wenn die Anregungen hierfür weniger von Händel als von Mozart stammten. Knapp 50 Jahre nach der genialen Urfassung war eine möglichst authentische Aufführungspraxis eben noch nicht (wie heute) ungeschriebenes Gesetz ... (fan)