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Johann Sebastian Bach
Matthäus-Passion
Stefanie Wüst, Rena Kleifeld, Bernhard Schneider, Fabian Strotmann, Christoph Scheeben, Jens Hamann, Mädchenchor am Kölner Dom (O. Sperling), Rheinischer Kammerchor Köln, KölnChor, Neues Rheinisches Kammerorchester Köln,
Leitung: Wolfgang Siegenbrink
Samstag 14. März 2015, 18 Uhr
Kölner Philharmonie
Kritik des Kölner Stadt-Anzeigers:
CHORKONZERT

Ambitioniert

Von Wolfgang Siegenbrink umsichtig geleitet, gab es in der Kölner Philharmonie ein Großaufgebot für Johann Sebastlan Bachs “Matthäus-Passion”. Neues Rheinisches Kammerorchester (solides Fundament, solistische Glanzlichter); ein gut präpariertes, ambitioniert singendes Chorkollektiv aus Rheinischem Kammerchor, KölnChor und Domchor (stärker in der schlichten Choral-Andacht als in den polyphonen Komplexen); fünf passable, auch als Soliloquenten eingesetzte Vokalsolisten schließlich. Unter diesen überragten Rena Kleifeld (Alt) und Fabian Strotmann (Tenor-Arien) den Rest der Besetzung in Stimmqualität und Stimmbehandlung erheblich, Stefanie Wüst (Sopran), Bernhard Schneider (Evangelist), Jens Hamann (Bass-Arien) und Christoph Scheeben (Christus-Worte) komplettierten die meist ziemlich emotionsfern singende Riege. Das gewaltige Werk tat nichtsdestoweniger seine Wirkung aufs Gemüt der Zuhörer. Dass Pfeifkonzert und Füßegetrampel eine angemessene Reaktion auf eine Darstellung von Christi Leiden ist, darf indessen bezweifelt werden. (GB)

Anmerkung: Am Ende einer so eindrucksvollen Aufführung muss man nicht in stiller Trauer um Christi Leiden verharren. Das sagt dem aufmerksamen Hörer schon der Text des Schlusschores: „Höchst vergnügt schlummern da die Augen ein!“ — Für uns Chorsänger war der Augenblick, als der Applaus für uns aufbrauste, ein besonders intensiver, ein sehr emotionaler Moment: ein gezielt an die Chöre gerichtetes Dankeschön des Publikums. (KJM)