Altenberger Dom, Sonntag, 13. April 2003, 14 Uhr. Foto: Thomas Kahlix.
Kritik siehe unten.

Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Birgit Harnisch, Kerstin Descher, Bernhard Schneider, Hans Sotin
Bochumer Symphoniker, KölnChor und Rheinischer Kammerchor Köln
Leitung Wolfgang Siegenbrink

Die Bergische Landeszeitung berichtete am 26.04.2003 über dieses Konzert: 

Mit südlichem Temperament

Im Altenberger Dom führte ein großes Musiker-Ensemble Verdis "Requiem" auf — Ein beglückender Vortrag

"Eine Oper im geistlichen Gewand", so hatte Dirigent Hans von Bülow das Verdi-Requiem genannt. Es ist schon etwas dran, der Stil für ein Requiem war bisher ruhiger und ernster gewesen - Verdi hatte südlichen Schwung und Temperament in seine Musik geflochten -, und siehe da, der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Heute gehört das Requiem zu den erfolgreichsten Totengesängen.

Wolfgang Siegenbrink veranstaltete zusammen mit den Bochumer Symphonikern, dem KölnChor und dem Rheinischen Kammerchor Köln ein großartiges Konzert - die Solisten glänzten wie Edelsteine in der musikalischen Pracht (Birgit Harnisch, Sopran, Kerstin Descher, Mezzosopran, Bernhard Schneider, Tenor, und der Star-Kammersänger Hans Sotin, Bass).

Aber bald gefielen auch in Deutschland diese festlichen Gesänge und bestätigten den neuen Musikgeschmack. Den Text konnte man gut im Programmheft nachlesen, denn deutlich zu hören war er leider nicht.

Verdis Totenmesse ist zum beeindruckendsten Werk dieser Gattung geworden. Keine Passionszeit ohne Verdi. Natürlich gehören auch entsprechende Qualitäten der Musiker dazu, und das konnte man live erleben. Als Verdi das Requiem schrieb, entstanden gleichzeitig "Aida" und "Othello", dass sich da verschiedene Gedankenblitze bemerkbar machten, kann man verstehen.

Der Altenberger Dom ist doch immer wieder der beliebteste Ort, um Kirchenkonzerte aufzuführen. Man braucht sich nur den übervollen Dom zu betrachten, so weiß man, was die Musikfreunde möchten.

Die Sauberkeit der Solisten und Instrumentalisten war lobenswert, der Chor stand in nichts nach - ganz zu schweigen von dem Dirigenten, der bravourös die vielen Musiker zusammenhielt und eine beglückende Aufführung schaffte.

Von Hannelore Bauer